Parasitus Habitus

CoCreate Programm, HS 2024
Modulgruppe: CoCreate - Woche 38 - Energy
Wahlpflichtmodul, Semester 3/5, 2 ECTS
Version: 2024-07-02

Daten / Zeiten / Tage
Montag, 16.09.24, 13.00 – 16.00 Dienstag, 17.09. – Freitag, 20.09.24, 09.00 – 16.00
Modulverantwortliche:r
Ariane Koch (ariane.koch@fhnw.ch), Philippe Karrer (philippe.karrer@fhnw.ch)
Dozierende
Ariane Koch & Philippe Karrer
Inhalt

Kurzbeschreibung und Leitidee

Parasitismus (von altgriechisch παρά „neben“, und σιτεῖσθαι „essen“), [...] bezeichnet den Ressourcenerwerb mittels eines in der Regel erheblich grösseren Organismus einer anderen Art.* Der Parasit hat keinen guten Ruf. Er ernähre sich auf Kosten von anderen, sauge ihnen Energie ab und/oder zwinge seinen Willen auf. Als Metapher wird er in der Gesellschaft öfters für «Othering» missbraucht; als Bezeichnung für Menschen, die scheinbar ein System beanspruchen sollen, das ihnen nicht zusteht. Fakt ist aber, dass wir alle parasitär sind: Wir beuten nicht nur selbst Wissen, Natur und Energie aus, sondern sind sogar hochgradig darauf angewiesen. Es ist also Zeit, parasitäre Strategien in einem neuen Licht zu betrachten und sogar als notwenidige, soziale Praxis zu begreifen, denn um unseren Planeten zu schonen, müssen wir Energie sparen, teilen, recyceln und verzichten. *(Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Parasitism)

Lerninhalte

Der Idee der (Selbst-)Ausbeutung, der Überforderung bis hin zum Burn-out versuchen wir entgegenzuwirken, indem wir eine Woche lang Strategien der Ressourcenbeschaffung auf energiesparende und parasitäre Weise ausprobieren. Dazu hängen wir uns an verschiedene andere (Schul-)Veranstaltungen dran, recyceln und bearbeiten bereits vorhandene (Kunst-)Werke, lesen uns gegenseitig Texte vor und saugen uns unser Wissen ab. Wir versuchen also, auf möglichst kräfteschonende Weise zu lernen und in diesem Sinne einen grösseren Organismus zu (be-)nutzen. Dabei versuchen wir nicht nur auszubeuten, sondern die Idee des parasitären Denkens positiv umzukonnotieren und damit ökonomisierte, optimierungswütige, unnachhaltige und klimaschädliche Praktiken zu unterwandern.

zu erreichende Kompetenzen

Die Studierenden reflektieren eigene gestalterisch-künstlerische Prozesse in Bezug auf die Arbeitsweisen anderer. Sie können mit ihren kreativen Ressourcen bewusst umgehen.

Literatur

Mögliche Lektüre, Orte: -Carolin Emcke, Was wahr ist – Über Gewalt und Klima -Saskia Sasse, Affirmative Subversion -Widerspruch 81, Organisierung in der Krise -Franz Kafka, Die Verwandlung -Pierre Bourdieu, Die feinen Unterschiede -Kae Tempest, Verbundensein -Selma Kay Matter, Grelle Tage -Boris Groys, Topologie der Kunst -Hartmut Rosa, Unverfügbarkeit -Nele Stuhler, Keine Ahnung -Rebecca Solnit, Die Kunst, sich zu verlieren -Roger de Weck, Die Kraft der Demokratie -Jens Balzer, Ethik der Appropriation -Robert Walser, Der Gehülfe -Hannah Arendt, Vita Activia -Ilma Rakusa, Langsamer! -Teju Cole, Vertraute Dinge, Fremde Dinge -Simone de Beauvoir, Das Alter -Olaf Miller, Pazifismus -Iwan Gontscharow, Oblomow -Tinguely Museum -Atomkraftwerk ////

ECTS
2
Workload
35 Std. Kontaktstudium
25 Std. Selbststudium
Voraussetzungen
Unterrichtssprache
Deutsch / Englisch
Lehr- und Lernformate
course
Durchführungsform
Präsenzlehre
Anwesenheitspflicht
Ja (80% Anwesenheitspflicht)
Leistungsnachweise
aktive Teilnahme, Präsentation
Leistungsbewertung
erfüllt / nicht erfüllt
Modulbewertung

• Termin: letzter Tag • Setting: Gruppe, analog • Leistungsbewertung: erfüllt/nicht erfüllt • Gewichtung: Aktive Teilnahme (50%), Präsentation (50%)

Max. Teilnehmende
25
Bemerkungen

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